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Umfrage: 68 Prozent der Verbraucher misstrauen Datenschutz bei Unternehmen

Gigya hat auch in diesem Jahr eine Verbraucherumfrage zum Thema Datenschutz und Vertrauen in den USA und Großbritannien durchgeführt. Die Ergebnisse weisen sowohl ermutigende als auch beunruhigende Aspekte für digitale Marketingspezialisten auf.  

Bedenklich ist sicher, dass zwei Drittel der Befragten – 68 Prozent, um genau zu sein – misstrauen dem Umgang der Unternehmen mit ihren persönlichen Daten. Ähnlich viele (69 Prozent) sehen Risiken für Sicherheit und Privatsphäre durch die zunehmende Nutzung von IoT-Geräten (Internet of Things), wie Fitness-Tracker, Smartwatches und vernetzten Autos.

Die Befragten sind auch nicht überzeugt, dass die Unternehmen diesem Thema die erforderliche Aufmerksamkeit schenken. 31 Prozent halten die Datenschutzbestimmungen von Unternehmen heute für schwächer als noch vor 12 Monaten.

In Europa dürften die Ergebnisse nicht wesentlich anders ausfallen. Unternehmen sehen sich damit großen Herausforderungen gegenüber – nicht zuletzt, weil sie mit der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung, die im Mai 2018 verpflichtend umgesetzt werden muss, deutlich höheren Anforderungen gerecht werden müssen. Sie sichert EU-Bürgern deutlich mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu – egal, wo und wie diese verarbeitet werden (siehe Blog „Europas neue Datenschutzrichtlinie EU-DSGVO – Herausforderung und Chance“).

Wenn Verbraucher jedoch nicht darauf vertrauen können, dass ein Unternehmen ihre Privatsphäre respektiert und ihre Daten schützt, werden sie auch nicht viele Informationen über sich preisgeben. Dies wiederum hindert das Unternehmen beim Aufbau von intensiveren Kundenbeziehungen und der Verwirklichung der eigentlich vom Verbraucher gewünschten persönlichen Betreuung.

Die gute Nachricht ist, dass die Verbraucher durchaus bereit sind, die Verantwortung für ihre persönlichen Daten zu übernehmen. Etwa 63 Prozent der Befragten fühlen sich persönlich verantwortlich für den Schutz ihrer Daten, statt dabei auf Unternehmen oder die Regierung zu vertrauen.

Facebook liefert hier ein gutes Beispiel. Seit der Umsetzung eines transparenten Ansatzes für den Datenschutz vor etwa zwei Jahren hat Facebook 467 Millionen neue Nutzer gewonnen und hatte Ende 2016 insgesamt 1,86 Milliarden Nutzer. Die Umfrage hat gezeigt, dass 61 Prozent aller Befragten, die über ein Facebook-Konto verfügen, ihre Datenschutzeinstellungen auf Facebook selbst kontrollieren. Etwa 40 Prozent davon haben ihre Einstellungen im vergangenen Jahr geändert, 21 Prozent haben sie vor mehr als zwölf Monaten verändert und 23 Prozent sind sich immerhin bewusst, dass sie Änderungen an ihren Datenschutzeinstellungen vornehmen können, verlassen sich aber auf die Standardeinstellungen. Das zeigt: Die Verbraucher übernehmen die Verantwortung für ihre Privatsphäre, wenn sie eine Chance dazu bekommen.

Es ist also nicht zu spät für Unternehmen, Verbrauchern mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre und Bereitstellung von Plattformen einzuräumen. Entsprechende Systeme können die Kluft zwischen Personalisierung und Privatsphäre überwinden und den Erfolg der Online-Präsenz sichern.

Für die Umfrage wurden insgesamt 4.000 Erwachsene, je zur Hälfte in den USA und in Großbritannien, befragt. Die vollständige Studie sowie eine erläuternde Infografik stehen zum Herunterladen bereit.

By Roland Markowski

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June 22 - 23, 2017
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